Mehr als abgefüllt
Es gibt eine Frage, die ich mir als Unternehmerin immer wieder stelle: Für wen mache ich das eigentlich?
Die bequeme Antwort wäre: für den Umsatz. Der Markt belohnt, was billiger ist, schneller geliefert wird und mehr Marge bringt. Das spüre ich bei jeder Kalkulation und bei jeder Entscheidung für einen Lieferanten. Die günstigste Lösung liegt fast immer irgendwo weit weg, wird in riesigen Mengen produziert, und niemand fragt, unter welchen Bedingungen.
Ich will so nicht arbeiten.
Worte kosten nichts
Schau dir mal an, was heute auf Verpackungen steht. Nachhaltig. Mit Liebe gemacht. Fine Selection. Premium. Aus Leidenschaft. Diese Worte sind überall, und genau deshalb bedeuten sie fast nichts mehr. Sie kosten nichts, niemand prüft sie, und jeder darf sie benutzen.
Beim Safran ist es besonders schlimm. Da werden Qualitätsbezeichnungen auf Gläser gedruckt, die gar keine genormte Klasse sind. Da wird von "bester Qualität" gesprochen, ohne dass irgendjemand je gemessen hat, wie gut der Safran eigentlich ist. Und der Kunde soll es einfach glauben.
Ich finde, das ist ein Problem. Weil es Vertrauen kaputt macht. Und weil es die ehrlich arbeitenden Händler und Hersteller mit in denselben Topf wirft.
Jeder ist sich selbst der Nächste
Ich erlebe es oft genug: Lieferanten, die Zertifikate versprechen und dann nicht liefern können. Nachweise, die sich bei genauem Hinsehen auf ein ganz anderes Produkt beziehen. Mails, die wochenlang unbeantwortet bleiben, weil ein kleiner Auftrag nicht interessant genug ist. Jeder schaut zuerst auf sich, auf den eigenen Vorteil, auf die schnelle Marge.
Ich verstehe, woher das kommt. Aber ich will da nicht mitmachen. Denn am Ende dieser Kette steht immer ein Mensch, der einem Produkt vertraut. Der Safran für ein besonderes Essen kauft, für ein Geschenk, für einen Moment, der ihm etwas bedeutet. Diesen Menschen schulde ich etwas.
Sorgfalt statt Schlagworte
Deshalb will ich nicht behaupten, sondern zeigen.
Jede einzelne Charge meines Safrans wird in einem deutschen Labor geprüft. Ich verkaufe ausschließlich Safran der Kategorie I nach ISO 3632, der höchsten Qualitätsstufe. Die Laborwerte jeder Charge findest du bei mir im Shop. Du musst mir also nicht glauben. Du kannst nachlesen.
Warum es persischer Safran sein muss
Für mich gibt es keinen besseren Safran als den persischen. Persien ist seit Jahrhunderten das wichtigste Anbaugebiet der Welt, und die Region Khorasan hat dafür ideale Bedingungen: trockenes Klima, heiße Tage, kühle Nächte, karge Böden. Genau daraus entstehen Fäden mit einer Farbkraft und einem Aroma, die man schmeckt und die man im Labor messen kann.
Der schwerste Weg
Ich will ehrlich sein: Es wäre so viel einfacher, Safran aus einem anderen Land zu verkaufen. Die aktuelle Lage macht den Handel mit persischem Safran kompliziert. Wege werden länger, Abläufe schwieriger, vieles kostet mehr Zeit und mehr Geld.
Manches davon trifft mich ganz direkt. Mein PayPal-Konto wurde gesperrt. Nicht wegen eines Fehlers, nicht wegen einer Beschwerde, sondern nur, weil mein Safran auf persischem Boden wächst. Ein Gewürz. Angebaut und geerntet von Menschen, die mit Politik nichts zu tun haben.
Ich hätte an dieser Stelle umschwenken können. Viele würden das tun. Aber dann würde ich dir etwas verkaufen, von dem ich selbst nicht überzeugt bin. Und das ist genau der Kompromiss, den ich nicht machen will.
Wer meinen Safran in die Gläser legt
Dieselbe Haltung gilt für alles, was danach passiert.
Wenn auf meinem Glas "handverlesen" steht, dann ist das kein Werbewort. Dann kann ich dir sagen, wo und von wem.
Keine Wohltätigkeit
Das ist mir wichtig: Ich arbeite mit den Rurtalwerkstätten nicht zusammen, um mir ein gutes Gewissen zu kaufen. Ich arbeite mit ihnen zusammen, weil sie gute Arbeit machen. Und gute Arbeit wird bezahlt.
Menschen mit Behinderung werden in unserer Arbeitswelt oft übersehen. Dabei können sie genau das, was in einer Welt voller Tempo immer seltener wird: sich Zeit nehmen für eine Sache und sie richtig machen. Für ein Produkt wie Safran ist das kein Nachteil. Es ist der entscheidende Vorteil.
Was Verantwortung für mich heißt
Verantwortung ist für mich kein Siegel und kein Slogan. Es sind viele kleine Entscheidungen, die man jeden Tag neu trifft, auch wenn sie mehr Geld, mehr Zeit und mehr Nerven kosten.
Persischer Safran, auch wenn es schwerer ist. Laborwerte statt großer Worte. Glas statt Plastik. Partner in der Region statt am anderen Ende der Welt. Menschen, denen ich vertraue, statt Lieferanten, die nur auf den Preis schauen.
Das macht meinen Safran nicht zum billigsten. Aber es macht ihn zu einem, für den ich geradestehen kann. Und ich glaube, dass es genug Menschen gibt, denen genau das wichtig ist.
Wenn du einen Safranya-Safran kaufst, entscheidest du dich für diesen Weg. Dafür danke ich dir.