Stillleben mit Safranfäden, Safranextrakt, Aquarell-Pinsel und Farbfeldern in Gelb- und Orangetönen sowie historischen Bildmotiven zur Nutzung von Safran als Naturfarbstoff.

Safran als Naturfarbstoff: Chemie, Farbwirkung, Historie und DIY-Safranfarbe (Aquarell)

Safran liefert einen warmen, leuchtenden Gelb- bis Orangefarbton, der seit der Antike als Farbstoff für Textilien und gelegentlich auch in der Malerei genutzt wurde.

Praxisrelevanter Hinweis (Materialqualität): Für reproduzierbare Farbergebnisse ist die Verwendung echter Safranfäden (nicht Mischungen) entscheidend. Für Anwendungen wie Farbauszüge eignet sich insbesondere Safran in Fädenform, wie er z. B. in dieser Produktkollektion angeboten wird: Persischer Premium-Safran (Safranfäden).


Warum Safran färbt

Die Färbekraft von Safran beruht vor allem auf dem Farbstoff Crocin, einem wasserlöslichen Carotinoid-Ester. Crocin entsteht aus der Dicarbonsäure Crocetin und einem Zucker (Gentiobiose) und ergibt einen intensiv gelb bis orangerot wirkenden Farbstoff. de.wikipedia

  • Hohe Wasserlöslichkeit: Crocin löst sich gut in Wasser; daher färbt schon eine sehr geringe Menge Safran Flüssigkeiten deutlich gelb. chemie-schule

  • Begleitstoffe: Neben Crocin tragen weitere Carotinoide sekundär zur Färbung der Fäden bei. crocus-sativus

  • Anwendung als Malfarbe: Die Farblösung kann durch Bindemittel (z. B. Gummi arabicum) in eine Malfarbe überführt werden, bleibt jedoch empfindlich gegenüber Licht und Feuchtigkeit – wie viele organische Farbstoffe. sehestedter-naturfarben

Materialempfehlung (für DIY-Extrakte): Für einen möglichst klaren, intensiven Auszug sind ganze, aromatische Safranfäden sinnvoll (gleichmäßige Extraktion, geringeres Risiko von Verunreinigungen im Vergleich zu unklaren Pulverquellen). Passend dazu: Persischer Premium-Safran (Safranfäden).


Historischer Einfluss in der Malerei

Safran ist einer der ältesten bekannten Naturfarbstoffe und wurde insbesondere zum Färben von Textilien verwendet. In der Malerei spielte er eher eine Nebenrolle, blieb aber in bestimmten Kontexten bedeutsam. de.wikipedia

  • Bereits im Alten Ägypten wurden mit Safran gefärbte Textilien genutzt; er war ein prestigeträchtiger, kostbarer Farbstoff. seilnacht

  • Die Griechen und Römer kannten Safran gut; Plinius der Ältere erwähnt ihn ausdrücklich als Farbmittel. de.wikipedia

  • In der römischen Wandmalerei (z. B. Pompeji) lässt sich der Einsatz von Safran als gelbes Pigment nachweisen. seilnacht

  • Safran wurde auch genutzt, um Gold zu imitieren – z. B. für Goldschriften oder um unedle Metalle wie Zinn oder Silber „golden“ erscheinen zu lassen. de.wikipedia

  • Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit blieb Safran vor allem ein Textil- und Luxusfarbstoff; in der europäischen Staffeleimalerei setzte man für gelbe Töne stärker auf stabilere mineralische oder metallorganische Pigmente (z. B. Ocker, Blei-Zinn-Gelb, später Chromgelb). emrath

Damit beeinflusste Safran die Malerei vor allem indirekt (über textile Bildträger und punktuelle Anwendungen als leuchtender „goldener“ Ton), weniger als Standardpigment im Farbkasten. seilnacht


Wie sieht Safranfarbe aus?

Die typische Safranfarbe liegt zwischen einem klaren, warmen Gelb und einem orangegelben bis leicht orangeroten Ton – abhängig von Konzentration und Untergrund. de.wikipedia

  • In Speisen ergibt Safran meist ein kräftiges Orangegelb, deutlich satter als das hellere Curcuma-Gelb. seilnacht

  • In stark verdünnten Lösungen zeigt sich ein transparentes, sonniges Gelb; bei höherer Konzentration wirkt der Farbton tiefer, fast bernsteinartig. de.wikipedia

  • Safranfäden erscheinen intensiv rotorange, während der extrahierte Farbstoff im Wasser gelb bis orangegelb sichtbar wird. crocus-sativus

Anwendungslogik in der Malerei: Safran verhält sich eher wie eine lasierende (transparente) Farbe, die warme Lichtstimmungen, Stoffe, Goldreflexe oder Heiligenscheine betonen kann. Aufgrund der begrenzten Lichtbeständigkeit ist er jedoch eher für skizzenhafte, experimentelle oder illustrative Arbeiten geeignet. emrath


DIY: Safranfarbe (Aquarell) selbst herstellen

Die folgende Anleitung ergibt eine pflanzenbasierte Aquarellfarbe auf Safranbasis. Sie eignet sich für Skizzen, Skizzenbücher oder dekorative Arbeiten, nicht für museale Werke, da Safran nicht besonders lichtbeständig ist. 

Materialien

  • 10–15 Safranfäden (echter Safran, keine Curcuma-Mischung) 

  • 2–3 Esslöffel warmes Wasser

  • 1–2 TL flüssige Gummi-arabicum-Lösung (Aquarell-Bindemittel) 

  • Optional: 1–2 Tropfen Glycerin (bessere Wiederanlösbarkeit)

  • Kleines Glas/Schälchen, Löffel oder Pinselstiel, ggf. Mörser 

Produkthinweis (geeignete Fäden für den Farbauszug): Persischer Premium-Safran (Safranfäden)

Schritt 1: Safranextrakt herstellen

(Quelle: seilnacht)
  1. Safranfäden leicht zerreiben (zwischen den Fingern, im Mörser oder mit einem Löffel), damit mehr Oberfläche entsteht.

  2. Warmes Wasser zugeben, umrühren und mindestens 20–30 Minuten ziehen lassen, bis das Wasser deutlich gelb bis orangegelb gefärbt ist.

  3. Je intensiver die Farbe gewünscht ist, desto mehr Fäden oder längere Ziehzeit; bei Bedarf über Nacht stehen lassen.

Schritt 2: Mit Bindemittel mischen

Quelle: sehestedter-naturfarben
  1. Einige Milliliter der Safranlösung in ein sauberes Schälchen geben.

  2. Gummi-arabicum-Lösung hinzufügen und sorgfältig verrühren, bis eine homogene, leicht sirupartige Flüssigkeit entsteht. 

  3. Optional 1–2 Tropfen Glycerin einrühren, um die Farbe geschmeidiger zu machen und das spätere Wiederanlösen zu erleichtern. 

Die Mischung sollte etwas dickflüssiger als Wasser, aber deutlich dünner als Honig sein; bei Bedarf mit Wasser verdünnen oder mit mehr Gummi arabicum andicken.

Schritt 3: Testen und Aufbewahren

Quelle: dorotheebrunner
  1. Probestrich auf Aquarellpapier machen und trocknen lassen, um Farbton und Deckkraft zu beurteilen. 

  2. Wenn die Farbe zu blass ist: mehr Safranlösung bzw. mehr extrahierte Fäden; wenn sie zu wenig haftet: Bindemittelanteil erhöhen. In ein kleines Glasfläschchen abfüllen oder in Näpfchen gießen und trocknen lassen. 

Hinweise zur Anwendung

  • Safranfarbe ist transparent und lasierend – geeignet für feine Lasuren, Lichtakzente und warme Glüh-Effekte.

  • Wegen der geringen Lichtbeständigkeit Bilder vor direktem Sonnenlicht schützen oder für Skizzenbücher/nicht ausgestellte Arbeiten nutzen.

  • Der typische Safrangeruch kann sich bemerkbar machen, nimmt aber mit der Zeit ab. 


Kurzfazit

Safran ist ein historisch bedeutsamer Naturfarbstoff, dessen Farbwirkung primär auf Crocin zurückgeführt wird. Aufgrund der Wasserlöslichkeit reicht eine geringe Dosierung für intensive Gelb-bis-Orangetöne aus, während die Lichtempfindlichkeit organischer Farbstoffe die langfristige Beständigkeit einschränkt. Für DIY-Safranfarben sind reine Safranfäden als Ausgangsmaterial zentral – z. B. aus der Kollektion Persischer Premium-Safran (Safranfäden).