Ein Glas voller Persien
Manche Orte erreicht man nicht mit dem Flugzeug. Sondern mit einem Glas, einer Prise Safran und einem Sommerabend, der einfach so passiert.
Stell dir vor, du sitzt irgendwo draußen. Die Luft ist warm, die Sonne geht langsam unter, und irgendwo in der Ferne zieht ein Flugzeug seine weiße Linie in den Himmel. Du schaust ihm nach. Und für einen Moment fragst du dich, wo es wohl hingeht.
Vielleicht nach Osten.
Vielleicht dorthin, wo die Gewürze so dicht in der Luft hängen, dass man sie schon riecht bevor man den Basar überhaupt betritt. Wo die Händler ihre Waren in leuchtenden Bergen aufschichten. Gelb, Rot, Dunkelgrün. Und mittendrin diese eine Farbe: das tiefe Rot der Safranfäden.
Persien
Man muss nicht dort gewesen sein um es zu kennen. Es ist ein Ort, den man irgendwie schon immer kannte. Aus Geschichten, aus Aromen und aus diesem Gefühl.
Es war einmal eine Zeit, da reisten Händler monatelang auf staubigen Straßen, beladen mit Seide, Gewürzen, Gold und Safran.
Wer aus dem Orient zurückkehrte, brachte Safran mit. Nicht weil er praktisch gewesen wäre im Koffer, sondern weil er diesen Ort in sich trug.
Safran war kein Gewürz. Safran war eine Erinnerung.
Safranya ist aus genau diesem Gefühl entstanden. Safran aus Khorasan – handgepflückt und von Generation zu Generation weitergegeben.
Wenn ich die Fäden in lauwarmes Wasser gebe und zusehe wie sich das Wasser goldgelb färbt, bin ich für einen Moment zwischen Khorasan und meinem Gartentisch.
Sharbat – Persische Safran-Limonade
Zubereitungszeit: 5 Minuten
Portionen: 4
Zutaten: Safranya-Safranfäden (20 Minuten in 3 EL lauwarmem Wasser ziehen lassen), 1 Liter Wasser, 3 EL Zitronensaft, 2–3 EL Zucker oder Honig, 2 EL Rosenwasser, Eiswürfel, Minze und Rosenblüten.
Zubereitung: Alles verrühren, kaltes Wasser hinzufügen, abschmecken und mit Eis servieren.
Jetzt Safranfäden entdecken →Es gibt Sommerabende, die brauchen kein Flugticket. Nur ein Glas, das goldgelb schimmert im letzten Abendlicht.
Einen goldenen Sommer,
deine Sonja von Safranya