Was die Forschung über Safran und Blutdruck sagt – Stand 2026

Was die Forschung über Safran und Blutdruck sagt – Stand 2026

Kein Heilsversprechen. Aber eine ehrliche Geschichte über ein Gewürz das mehr in sich trägt als Farbe und Aroma.


Wenn ich Safran in die Küche bringe, denken die meisten zuerst an Geschmack. An diese goldgelbe Farbe, dieses warme blumige Aroma das sich im ganzen Raum ausbreitet. Was die wenigsten wissen: Safran wurde Jahrtausende lang nicht nur gegessen, sondern auch als Heilpflanze eingesetzt. In der persischen Medizin, in der ayurvedischen Tradition, in der europäischen Klostermedizin des Mittelalters.

Die moderne Wissenschaft schaut sich das inzwischen genauer an. Und was sie findet, ist interessant.


Was steckt eigentlich in Safran?

Safran besteht aus drei Hauptwirkstoffen die ihn so besonders machen. Crocin und Crocetin sind die Carotinoide die ihm seine charakteristische goldgelbe Farbe geben und gleichzeitig stark antioxidativ wirken. Safranal ist der Aromastoff – er gibt Safran diesen unverwechselbaren Duft und wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Picrocrocin schließlich ist für den intensiven, leicht bitteren Geschmack verantwortlich.

Diese Verbindungen zusammen machen Safran zu mehr als einem Gewürz. Sie sind der Grund warum die Forschung ihn seit Jahren unter die Lupe nimmt.


Die Studie: Was die Wissenschaft konkret gemessen hat

Eine im Fachjournal Nutrients veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte gezielt die Wirkung von Safran-Supplementierung auf den Blutdruck bei Erwachsenen. Aus einer ursprünglichen Suche von 182 Publikationen wurden acht randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 388 Teilnehmern ausgewertet. mdpi

Die Ergebnisse zeigten, dass Safran-Supplementierung den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 0,65 mmHg und den diastolischen Blutdruck um durchschnittlich 1,23 mmHg signifikant senken konnte. Beim diastolischen Blutdruck zeigte sich zudem ein nicht-linearer Effekt: Je länger die Einnahme dauerte, desto stärker war die Reduktion. mdpi

Die Teilnehmer waren entweder gesund oder litten an Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Asthma oder dem metabolischen Syndrom. Die Studiendauern lagen zwischen einer und zwölf Wochen, die Dosierungen zwischen 15 und 1000 mg. mdpi

Wie funktioniert das mechanisch? Die Forscher vermuten mehrere Wirkmechanismen: Safranextrakt erhöht die Konzentration von Stickstoffmonoxid im Blut, was die Blutgefäße entspannt. Außerdem wirkt Safran antioxidativ, bekämpft reaktive Sauerstoffspezies und schützt so die Endothelzellen – die Innenwände der Blutgefäße – vor oxidativem Schaden. mdpi


Was die Studie auch sagt und warum das wichtig ist

Ich möchte hier transparent sein, weil es mir wichtig ist.

Die Autoren der Studie weisen ausdrücklich darauf hin, dass die blutdrucksenkenden Effekte zwar statistisch signifikant, aber in ihrer Größe klein sind und möglicherweise keine klinische Relevanz erreichen. Weitere Langzeitstudien mit hoher Qualität seien notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen. mdpi

Das heißt: Safran ersetzt keine Medikamente und keine ärztliche Behandlung. Aber er ist ein außergewöhnliches Gewürz mit Wirkstoffen, die die Wissenschaft erst beginnt wirklich zu verstehen.


Ein ehrliches Wort dazu

Ich bin Safran-Händlerin, keine Ärztin. Und ich möchte dir keine Versprechen machen die ich nicht halten kann.

Was ich sagen kann: Die Studie bezieht sich auf Safran-Extrakte in definierten Dosierungen – nicht auf die Menge die du in ein Risotto gibst. Was Safran in der Küche definitiv tut: Er macht dein Essen schöner, aromatischer und besonderer. Was er darüber hinaus möglicherweise tut, daran arbeitet die Forschung noch.

Und das allein finde ich schon faszinierend genug. 


Wie du Safran in deinen Alltag bringst

Ein Safrantee morgens, eine Prise im Joghurt, das klassische Safranwasser als Basis für Dressings und Dips. Nicht als Medizin – sondern als bewusstes Genussmittel mit einer langen Geschichte.

Ein paar Fäden Safranya-Safran in drei Esslöffeln lauwarmem Wasser aufblühen lassen. Zwanzig Minuten warten. Das Wasser wird goldgelb. Der Duft breitet sich aus.

Manchmal ist das allein schon gut für den Blutdruck.


Quelle: Setayesh et al. (2021): The Effect of Saffron Supplementation on Blood Pressure in Adults: A Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrients, 13(8), 2736. doi.org/10.3390/nu13082736

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt oder eine Ärztin.