Safranya ist in tiefen Gedanken bei der aktuellen Situation in Iran

Safranya ist in tiefen Gedanken bei der aktuellen Situation in Iran

Diese Zeilen zu schreiben fallen mir nicht leicht. Ich erwache wie aus einer Schockstarre. Was Ende Dezember mit wirtschaftlichen Protesten im Markt von Teheran begann, wurde zu einem Massaker und Krieg im eigenen Land, durchgeführt und befehligt von den eigenen Landsleuten. 

Im November noch habe ich, gemeinsam mit meiner Familie, am Telefon besprochen wie wir die Ernte unseres Safrans in Faruj sicher nach Deutschland bringen. Haben uns Gedanken darüber gemacht, wie wir die kleinen 1g Safran Geschenkboxen gestalten möchten. Sind über den Markt in Mashad gegangen, haben dort in einem Stoffladen die wunderschönen Stoffe bestaunt und 2-3 Muster für unsere Boxen bestellt. Diese wurden dort dann in liebevoller Handarbeit für unsere Boxen genommen und bespannt. Dann sind unsere Waren entsprechend nach Deutschland gekommen, um hier dann als Geschenk zu Anlässen verschenkt zu werden. 

Nun ist fast alles zerstört. Ich kann mir nicht ausdenken, was mit den Menschen passiert ist, mit denen wir zusammen gearbeitet haben. So "normal" war der Einkauf. So nebenbei ist alles gelaufen. Diejenigen, die noch leben sind traumatisiert. Sie werden die Bilder niemals aus ihrem Kopf bekommen. 

Unser Safran stammt von den Felden Khorasan. Aus Faruj. Genährt vom dortigen Boden, gewässert vom dortigen Regen. Gepflückt von Menschen, die dort ihre Heimat haben. Liebevoll weiterverarbeitet von Müttern, Väter, Schwestern, Brüdern. Menschen, die genauso wie wir Liebe, Leidenschaft aber auch Angst und Verzweiflung verspüren. Was aktuell dort mit jedem einzelnen passiert ist für Menschen hier in Europa, fernab der Szenerie unvorstellbar. Doch es betrifft uns. Wir können uns nicht in eine Höhle zurückziehen und die Augen verschließen. Wir sind alle miteinander verbunden. Wie ein Netzwerk sind wir Menschen auf dieser Welt miteinander verbunden. Wir verspüren die gleiche Liebe zu unseren Kindern, verspüren die gleiche Trauer, wenn wir einen Menschen verlieren. 

Ich hoffe wirklich (und wünsche es jedem einzelnen im Iran), dass bald Ruhe und Frieden einkehren wird. Damit jeder das Geschehene verarbeiten kann und sich selbst, seine Familie und vor allem auch das Land sich wieder aufbauen kann. Ein Land, das soviel Geschichte, Kultur, malerische Landschaften und eben wundervolle Produkte, wie den Safran hervorbringt.